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Sportverein „Edelweiß“ Rückeroth

 

 


Im Jahre 1921 wurde der Sportverein „Edelweiß“ Rückeroth aus der Taufe gehoben und entfaltete zunächst als Fußballabteilung seine erfolgreiche sportliche Tätigkeit. Die Vereinsgründung war ein Verdienst des damaligen Rückerother Lehrers, Wilhelm Humrich, dem auch eine glückliche Hand mit der sportbegeisterten Jugend bescheinigt wird. Erinnern wir uns weiter: Am 07. Juli 1923 stellte die Gemeinde Rückeroth dem jungen Verein 280 Ruten Land „Unter dem Langen Weg“ für die Anlage eines Sportplatzes zur Verfügung. 30 Jahre später (1951) beging der Verein eine große Jubiläumsfeier, worüber die WESTERWÄLDER POST ausgiebig berichtete:
„Als am Ende des Ersten Weltkrieges der Volkssport Fußball auch bis in die kleinsten Dörfer vordrang und die Jugend zu begeistern verstand, gründete man überall Vereine. So fand sich
auch in Rückeroth eine Gruppe Sportfreudiger zusammen. Aus kleinsten Anfängen entstand 1921 der Sportverein „Edelweiß“ Rückeroth. Auch nach 1945 fanden sich bald einige Idealisten, die mit viel Arbeit und persönlichen Opfern das Vereinsleben wieder intensivierten. Sogar eine Damenabteilung wurde neu gegründet, die sich dem Handballsport widmete, zweimal Kreismeister wurde und schließlich, da es an Gegnern innerhalb des Kreises fehlte, (1949) wieder aufgelöst werden musste. Die erste Fußballmannschaft kämpfte mit wechselndem Erfolg.
Im Spieljahr 1947/48 gehörte sie der 1. Kreisklasse an, musste aber wegen der Neueinteilung der Klasse wieder in die 2. Kreisklasse zurück. Im Jubiläumsjahr glückte der Gruppensieg in der Gruppe Nord, und die Mannschaft hoffte, dem Verein zu seinem 30jährigen Bestehen die Meisterschaft
der 2. Kreisklasse und damit den erneuten Aufstieg zu bringen. Der kommende Sonntag bringt anlässlich des Jubiläums einen Fußballwerbetag in Rückeroth. Höhepunkt ist das Spiel um die Kreismeisterschaft zwischen Rückeroth und Sessenbach-Wirscheid.“
Den Spielausgang zwischen Rückeroth und Sessenbach-Wirscheid verschweigt uns der Chronist.
Doch das Ergebnis kann so negativ nicht gewesen sein, denn am 22.04.1951 „beschloss
Rückeroth die Meisterschaftsserie und ist endgültig Meister der Staffel Nord“. Das entscheidende Spiel fand auf dem Rückerother Sportplatz gegen Marienhausen statt und Rückeroth siegte sein letztes Meisterschaftsspiel mit 6:0 (3:0) Toren. Rückeroth war mit folgender Mannschaftaufstellung angetreten: Lehn (Tor), Josef Müller (rechter Verteidiger), Schwinn (linker Verteidiger), Helmut Biehl (rechter Läufer), Alfred Manz (Mittelläufer), Rudi Groß (linker Läufer), Hans Langer (halbrechter Stürmer), Lucien Marlier (halblinker Stürmer), Georg Sofka (rechter Stürmer), Richard Rothardt (Mittelstürmer) und Walter Thiel (linker Stürmer).
„Die Mannschaft spielte wie aus einem Guss und besaß keinen schwachen Punkt.“ Weiter war nach der Meisterschaft in der WESTERWÄLDER POST zu lesen: „(Walter) Thiel war der überragende Spieler. Er allein schoss 4 Tore. Tritt der SV Rückeroth seinen Weg in die erste Kreisklasse in dieser ausgezeichneten Form an, wird er dort bald eine geachtete Rolle einnehmen.“Der Sportverein selbst nahm zunächst das Jubiläumsjahr zum Anlass, im Vereinslokal Karl Groß eine Ordentliche Generalversammlung anzuberaumen und über die erfolgreiche Vergangenheit
Rechenschaft abzulegen. Obligatorisch musste auch der Vorstand neu gewählt werden: 1.Vorsitzender Sebastian Hofmann, 2. Vorsitzender Walter Faust, Schriftführer Erich Schäfer, Kassierer Gustav Klein (Goddert), Sportwart Walter Thiel und zwei Beisitzer, nämlich Alfred Manz und Richard Rothardt (Goddert). Und der Verein entschloss sich zu einer Namensänderung:
Sportverein „Edelweiß“ Rückeroth-Goddert, weil in der 1. Mannschaft die Godderter den überwiegenden Anteil der Spieler stellten. Doch zurück in das Jahr 1949: Beim Turnier am 19. Juni 1949 auf dem Schenkelberger Sportplatz gewannen
die Rückerother das Endspiel (2 X 30 Minuten) gegen SV Freirachdorf mit 1:0 (0:0) und trugen damit den Turniersieg davon. Anschließend postierten sie dem Pressefotografen:

 

 

 

 


Das Bild zeigt in der ersten Reihe von links nach rechts: Josef Müller, Andreas Heraucourt, Erich Sayn; in der zweiten Reihe: Helmut Biehl, Rudi Groß, Albert Link; und in der letzten Reihe: Otto Schmidt, Alfred Manz, Walter Thiel, Hans Langer und Erwin Biehl.

 

Und am 07.08.1949 veranstaltete der SV „Edelweiß“ Rückeroth auf seinem Sportplatz ein großes Sportfest, an welchem 12 Fußballmannschaften teilnahmen. Wie die RHEINZEITUNG in ihrer Ausgabe vom 10.08.1949 berichtete, war es ein von insgesamt drei Ereignissen, die dem Sonntagsbetrieb im Westerwald die besondere Note gaben. Mit einem Festkommers im Gasthaus „Zum Deutschen Haus“ leitete der Verein samstagabends sein zweites Fußballturnier nach dem Krieg ein. Das Turnier selbst verlief bei sommerlicher Hitze recht spannungs- und abwechslungsreich. Eine große Zuschauermenge war dem Veranstalter dankbar für die Verpflichtung solch guter Mannschaften, die in hartem, aber fairem Einsatz um den Turniersieg kämpften. Im Gasthaus Sayn fand anschließend die Siegerehrung statt. Lehrer Rolf Dittmann, der selbst in der Spielsaison 1949/50 an 23 Spielen teilgenommen hat, dankte im Namen des Vereins den Gästen für ihr zahlreiches Erscheinen, beglückwünschte die Sieger und zollte den anderen Vereinen Anerkennung für ihre guten Leistungen. Als Sieger der A-Klasse wurden der Sport-Club Schenkelberg und der Sportverein Selters ermittelt. Ganz am Rande erwähnte
der Chronist auch zweimal im Zusammenhang mit den Fußballereignissen die Handballspiele der

Rückerother Damen-Handballmannschaft:
–Das beim Fußballturnier am 07.08.1949 geplante Damenhandballspiel
Rückeroth-         Ransbach wurde nämlich nicht ausgetragen, weil Ransbach nicht angetreten war.
–Und bei einem Verbandsspiel der Fußballer im April 1949, bei welchem Rückeroth gegen Marienrachdorf mit 8:1 (3:1) Toren siegte, heißt es hinsichtlich der Rückerother Damenhandballerinnen:
Das Spiel war in Mogendorf angesetzt, wurde aber wegen des Damenhandballspiels
um die Rheinlandmeisterschaft Rückeroth – Niederbreisig in Rückeroth ausgetragen.
Leider verloren die Rückerother Sportlerinnen ihr Spiel um die Rheinlandmeisterschaft mit 1:4
(1:2) Toren.
Anfang der 50er Jahre kam das Vereinsgeschehen kurzfristig wieder zum Erliegen. Und wieder war es ein Lehrer, der dem Sportverein „Edelweiß“ Rückeroth zum neuem Ruhm verhalf: mit einer Tischtennisabteilung. Am 01.12.1954 trat Lehrer Wilfried Lück seine Lehrerstelle in Rükkeroth an und bezog die Schulhauswohnung. Er richtete im Keller seiner Lehrerwohnung einen 15 Trainingsraum mit zwei Tischtennisplatten ein und alle Schulkinder waren von der neuen Initiative ihres Lehrers begeistert. Dann nahm er die Vereinsfäden in die Hand und am 20.04.1957 gelang die Wiederbegründung des Rückerother Sportvereins. Der SV Rückeroth wurde Mitglied im Tisch-Tennis-Verband Rheinland. Die Satzung unterschrieben Wilfried Lück als 1. Vorsitzender, Sebastian Hofmann als 2. Vorsitzender, Erika Buhr als Schriftführerin, Rudi Groß als Kassierer und Waltraut Lück als Jugendwartin. Der junge Verein zählte insgesamt 50 Mitglieder, davon alleine 4 Mitglieder aus der Familie Lück. Drei Jahre später legt der 1. Vorsitzende, Wilfried Lück, einen Jahresbericht für die Spielsaison 1960/61 vor, der sich sehen lassen kann: Die Erste Mannschaft war bereits in die Bezirksklasse Nord aufgestiegen und hatte diese durch eine Verbandsneugliederung freiwillig zugunsten der Kreisklasse Unterwesterwald wieder verlassen.
Bei den Kreispokalspielen errang die Erste Mannschaft mit Bruno Müller, Robert Stumpf, Hans-Jürgen und Wilfried Göbler nach Siegen über den VfL Grenzhausen I, Arzbach I und TTC
Grenzau III mit 5:4 den Kreispokalmeister 1961; und auch die Zweite Mannschaft errang mit
einem Punkteverhältnis von 12:0 und einem Spielverhältnis von 42:10 den Herbstmeister. Weitere
Erfolge ließen nicht lange auf sich warten, denn im nachfolgenden Vereinsprotokoll bereitet sich der SV Rückeroth auf einen Bezirkstag des Tisch-Tennis-Verbandes Rheinland in
Rückeroth vor, um damit den Aufstieg der Ersten Mannschaft in die Bezirksklasse Süd zu krönen.
Außerdem beging am 20.04.1962 der SV Rückeroth sein 5-jähriges Bestehen. Bei einer Fahrt am 10.11.1962 der Ersten Mannschaft zu einem fälligen Meisterschaftsspiel in der Bezirksklasse
Süd nach Bergnassau-Scheuern passierte dann auf einer Gefällstrecke zwischen
Neuhäusel und Hömberg infolge plötzlicher Straßenglätte ein Unfall, bei dem, „Gott sei Dank“, nur Blechschaden am 600er Fiat von Robert Stumpf zu beklagen war. Das Auto prallte gegen einen Baum und wurde hinten rechts beschädigt. Ein großes Problem für den Verein, der mit insgesamt
5 Mannschaften an der Meisterschaftsrunde beteiligt war, und auf keinen „fahrbaren Untersatz“ verzichten konnte. Doch irgendwie ging es nicht nur weiter, sondern sogar weiter aufwärts. Die Erste Mannschaft platzierte sich in der Bezirksliga Süd auf einem sicheren Mittelplatz und die Zweite Mannschaft auf einem entsprechend guten Mittelplatz in der Kreisliga.
Obwohl an dieser Stelle die schriftlichen Aufzeichnungen des Tischtennisvereins Rückeroth
(wie er üblicherweise auch heute noch genannt wird) enden, ist es meine Chronistenpflicht,
auch die eigentliche Vereinskrönung Mitte der 60er Jahre zu erwähnen: Die Rückerother stiegen in die 2. Rheinlandliga auf und belegten einige Jahre in ihr einen guten Mittelplatz. Doch waren die Vereinkameraden, die mit ihrem sportlichen Ehrgeiz und Einsatz dem SV „Edelweiß“ Rückeroth zu dieser Ehre und diesem Ruhm verhalfen? Es handelte sich um die Stammspieler der Erste Mannschaft Bruno Müller, Heinz Schmidt, Hans-Jürgen Göbler und Eberhard Wodrich
(Selters) und die beiden Reservespieler Robert Stumpf und Gerhard Packmohr. Beim Aufstieg in die rheinland-pfälzische Liga war Rückeroth zugleich der kleinste Verein von allen, der überdies nur mit eigenen Leuten spielte (Eberhard Wodrich aus Selters kam erst später hinzu). Und eines sollte zum Schluss der Betrachtung der Rückerother Tisch-Tennismannschaft, die es ja auch heute noch gibt, nicht unerwähnt bleiben: Drei der genannten Vereinskameraden der Ersten Rückerother TTMannschaft in der 2. Rheinlandliga leben leider nicht mehr unter uns. Sie sind allzu früh verstorben. Ihnen ein ehrendes Andenken zu bewahren, haben wir versprochen:
Es handelt sich um Bruno Müller, Heinz Schmidt und Eberhard Wodrich.
Wir werden sie nie vergessen.